In Deutschland gibt es über 2.500 Datingseiten und Partnerbörsen. Es gibt Seiten für Metzger, Akademiker, Swinger, bisexuelle und lesbische Frauen, Fremdgeher uvm. Es scheint eine Partnerbörse für jede Nische zu geben. Das Spektrum ist enorm groß und der Markt bunt und vielvältig befüllt. Die Frage, warum dann ausgerechnet noch eine Partnerbörse an den Start geht, ist mehr als berechtigt. Also was um alles in der Welt treibt uns an, mit sinners & saints noch eine Partnerbörse anbieten zu wollen?!

Nischenportale für alles und jeden

2.500 Datingseiten kommen nicht irgendwoher. Dahinter steckt ein hart umkämpfter Markt, den es schon seit langer Zeit gibt. Und dank moderner Technologien boomt das Geschäft regelrecht. Software, um eine eigene Partnerbörse zu betreiben, gibt es bereits vorgefertigt zum Lizenzieren und muss nur noch angepasst werden. Manches Kooperationsmodell sieht vor, dass die eigene Partnerbörse Teil eines Netzwerks ist, in dem sich alle Netzwerkpartner die bereits vorhandene Nutzerbasis teilen. Unbestreitbarer Vorteil ist, dass man selbst nicht bei 0 beginnt. So kann man schon ab Tag 1 mit 1.500.000. Nutzern werben – je nachdem wie groß die bestehende Kundenbasis ist. Natürlich findet die Abgrenzung der Portale untereinander dadurch statt, dass jedes auf eine andere Nische abzielt. Einige Partnerbörsen sehen dann sogar identisch zu anderen aus, weil mit wenig bis gar keinem Aufwand ein ganz neues und bisher unerschlossenes Klientel angesprochen werden kann: Metzgersingles, Bäckersingles und Farmersingles sind nur eines von vielen Beispielen.

Eine erfolgreiche Bestandssoftware für einen anderen, neuen Kundenkreis einzusetzen ist eine vielversprechende Vorgehensweise.  Das haben auch die Betreiber von Gay.de und Poppen.de erkannt. Oder die Betreiber von NEU.DE und LoveScout24. Man muss nur einmal ins Impressum der verschiedenen Seiten schauen, um festzustellen, dass häufig die gleiche Firma dahinter steckt. Natürlich ist es im Fall von Gay.de nachvollziehbar, dass schwule Männer wenig Interesse an Heterosexuellen haben und eine eigene Plattform bevorzugen. Aber für welche Partnerbörse entscheiden sich bisexuelle Männer?

Für Betreiber ist es lukrativ, wenn sich Nutzer auf mehreren Plattformen anmelden und auf beiden auch kostenpflichtige Mitgliedschaften abschließen. Wir schätzen, dass das eine Motivation von vielen hinter den ganzen Nischenportalen ist. Wir sind uns ziemlich sicher, dass Bäcker nicht ausschließlich andere Bäcker daten wollen. Wer zu seinem Brötchen den passenden Belag sucht, wird sich vielleicht auch bei Metzgersingles anmelden. Oder Farmersingles. Oder vielleicht auch bei Gay.de. Nischenportale ergeben sicher viel Sinn, um zu einzelnen Vorlieben Gleichgesinnte zusammenzubringen. Aber bei der Beziehungs- und Partnersuche spielen sicher mehrere Faktoren eine Rolle. Und dazu wirken diese Portale für uns zu eingeschränkt. Bedenkt man auch noch, dass viele davon kostenpflichtig und nicht gerade günstig sind, muss man sich schon gut überlegen, auf wie vielen man sich anmelden und wo überall man sein Glück suchen möchte.

Undurchsichtige und teure Kostenmodelle

Aus Kundensicht muss man sich vergegenwärtigen, dass der Betrieb einer Partnerbörse Geld kostet. Je nachdem welche Funktionen geboten werden, können sich monatlich hohe Kosten aufsummieren. Wirklich kostenlosen Seiten begegnen wir daher immer mit einer gesunden Skepsis. Wir glauben, die These ist manchmal nicht ungerechtfertigt, dass bei kostenlosen Diensten die Daten der Nutzer das eigentliche Produkt sind.

Natürlich meldet sich niemand auf einer kostenpflichtigen Partnerbörse an, von der man sich nicht vorher überzeugen konnte. Da können die Versprechen auf der Hauptseite noch so werbewirksam sein – eine kostenlose Mitgliedschaft ist als Einstieg und zum Kennenlernen empfehlenswert. Zu Kopfschütteln führt bei uns aber wie mit dem Kostenthema allgemein umgegangen wird. Auf manchen Portalen ist von „dauerhaft kostenlos“ die Rede. In kleiner Schrift findet sich dann irgendwo der Vermerk versteckt, dass damit nur Mails und Chat gemeint sind. Was die übrigen Funktionen betrifft, wird nirgends angesprochen. Andere Seiten geben auf ihrer Hauptseite überhaupt keine Information darüber, ob sie kostenlos oder kostenpflichtig sind. Oft wird nur von einer „kostenlosen Anmeldung“ gesprochen und erst nach dieser wird der Nutzer mit gesperrten Funktionen konfrontiert. Weitere werben auf der Hauptseite sogar damit, dass es „keine monatlichen Kosten oder einen Abozwang“ gibt. Gibt es dann so auch nicht – zumindest in Euro. Tatsächlich betreibt die Seite dann eine Eigenwährung, nennt sie Coins oder Credits, und die muss man erst erwerben, bevor man Basisfunktionen freischalten kann.

Zu allem Überdruss finden sich auf Hauptseiten zudem selten transparente Preis-Auflistungen. Oft ist die Preisliste auch nur für angemeldete Nutzer nach der Registrierung einsehbar. Vergleichsportale, wie z.B. DatingTestsieger.de oder Zu-Zweit.de, helfen hier weiter und legen dann häufig Preisstaffelungen für eine wöchentliche, monatliche, 3-monatige, 6-monatige oder sogar 12-monatige Mitgliedschaft offen. Und je seriöser sich die Partnerbörse gibt, umso teurer sind die Abos. Manchmal bis zu 30€ pro Monat oder mehr! Natürlich wird es am günstigsten, wenn man 12 Monate im Voraus bezahlt. Hier und dort sogar bis zu 24 Monate im Voraus! Wir können verstehen, dass man Kunden lange binden möchte. Aber wenn man sich für 24 Monate im Voraus binden soll, schwingt dann nicht von Anfang an die Befürchtung mit, dass man innerhalb der ersten sechs Monate keinen Erfolg haben wird?

Persönlichkeitstests und Fragenkataloge

Für unseren Roundup-Beitrag zur Zukunft der Partnersuche hat der Geschäftsführer von Lemonswan, Arne Kahlke, Dating- und Partnervermittlungsangebote damit unterschieden, dass letztere dank wissenschaftlicher Persönlichkeitstests zur seriösen Vermittlung langfristiger Beziehungen ausgerichtet sind. Und achtet man auf die Alleinstellungsmerkmale der großen Vermittlungsseiten wie ElitePartner, Parship usw., dann werben sie in der Tat damit, dass sie Algorithmen einsetzen, die „Persönlichkeitsdimensionen“ zur Übereinstimmung zweier Menschen berücksichtigen. Oder mit einer „wissenschaftlichen Analyse“ der „Partnerschafts-Persönlichkeit“ arbeiten.

Das wissenschaftlich-psychologische Fundament hinter diesen Verfahren, die die Übereinstimmung zweier Charaktere bzw. Profile quantitativ messbar machen sollen, möchten wir an dieser Stelle in keinster Weise anzweifeln! Aber als jahrelange Nutzer von Partnerbörsen interessierte uns mehr die Frage, was das Angebot kostet und was es mir im Vergleich zu anderen Angeboten bietet. Wie sich „Persönlichkeitsdimensionen“ der einen Seite von den „Partnerschafts-Persönlichkeiten“ auf der anderen Seite abgrenzen wird nirgendwo näher erläutert. Ebenso wenig wie diese Analysen im Hintergrund arbeiten und meine Daten interpretieren. Oder warum wir zum wiederholten Mal einen ganzen Katalog voll persönlicher Fragen ausfüllen sollen, wie z.B. diesen 55-seitigen Fragebogen bei Gleichklang.

Wir glauben, dass das menschliche Beziehungsverhalten hochkomplex und eine spannende Frage in der modernen Psychologie ist. Ob zwei Menschen eine gemeinsame Zukunft haben hängt bestimmt von vielen Faktoren ab. Wahrscheinlich sogar von viel mehr Faktoren, als 55 Seiten abfragen können. Wie sehr man dann intransparenten Analysen Vertrauen schenken kann und wie viel Geld diese einem Wert sind, muss jeder für sich entscheiden.

Fake-Accounts und falsche Versprechen

Angebot wird durch Nachfrage geregelt. Unfair geht es aber zu, wenn mit falschen Versprechen gelockt wird. Vor dem Hintergrund von 2.500 Partnerbörsen, drängt sich der Verdacht auf, dass es darunter auch schwarze Schafe geben muss. Leider ist dem auch so: Erst im Januar 2018 hat die Verbraucherzentrale Bayern eine Liste über 187 Portale veröffentlicht, auf denen mit Fake-Profilen Nutzer angelockt werden sollen. Wer jetzt konstatiert, dass es sich dabei eigentlich nur um unbekanntere Portale handelt, der hat sicher Recht. Aber die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vereinzelt machen immer wieder große Anbieter Schlagzeilen, bei denen diese Praktiken irgendwann auffliegen. Ashley Madison sorgte damit für Furore. FunFlirt auch. Bei Loovoo gab es diese Vorwürfe auch; das Verfahren dazu wurde jedoch gegen Zahlungen hoher Geldauflagen eingestellt.

Wer etwas Zeit hat, den laden wir an dieser Stelle dazu ein, die Profilbilder, mit denen auf Datingseiten häufig geworben wird, in der Google-Bildersuche zu recherchieren. Nicht selten findet man ein zweites, wenn nicht sogar ein drittes Portal, auf dem dasselbe Gesicht mit anderem Namen angemeldet ist. In unserer Recherche steckte hinter den verschiedenen Portalen sogar manchmal der gleiche Betreiber. Die vielen Profilbilder, die dazu nötig sind, muss man nicht einmal selbst sammeln. Man kann sie dank vorgefertigter Datensätze ohne großen Aufwand herunterladen.

Stockphotos, also lizenzierbare Fotos, die von Fotografen angeboten werden, sind auch beliebte Bilder – besonders für Schnappschüsse von glücklichen Paaren, die angeblich von ihrem Erfolg auf der jeweiligen Partnerbörse berichten.

Während man solchen Bildern mit überschaubarem Aufwand auf die Schliche kommen kann, sind andere Versprechen diffiziler und schwer oder gar nicht überprüfbar. Nicht wenige Angebote werben damit, dass sich täglich oder wöchentlich hunderte, sogar tausende neue Nutzer anmelden. Ashley Madison gibt z.B. an, dass täglich über 20.000 neue Anmeldungen hinzukommen – und das, obwohl die Seite 2015 für ihre Datenunsicherheit und den Einsatz von Fake-Profilen bekannt wurde. Zumindest hat die Seite eine hervorragende Marketingabteilung!

Erotik bei der Partnersuche

Wir haben oben bereits die vielen Nischenportale erwähnt. Dabei hoben wir zwar verschiedene Berufsgruppen hervor, aber ähnlich geht es auch bei erotischen Vorlieben zu: für BDSM-Begeisterte gibt es die Sklavenzentrale und SMabenteuer. Für Swinger swingfreunde. Travesta konzentriert sich auf Transsexuelle und Crossdresser. GIRLFILRT.DE zielt auf bisexuelle und lesbische Frauen ab. Seiten wie seitensprungtreff24.de verheißen eine Kontaktsuche für Fremdgeher. Und wer reife Frauen mag, der findet auf milf-date.de vielleicht sein Glück.

Prinzipiell finden wir es toll, dass es so viele Angebote und für jede Neigung und Vorliebe das passende Portal gibt. Aber wenn wir uns ins Gedächtnis rufen, dass es um die Partnersuche und nicht nur erotische Abenteuer geht, fällt auf, dass diese beiden Welten streng voneinander getrennt behandelt werden. Wer einen Partner sucht wählt Tor 1, also eine der vielen Datingseiten und seriösen Partnervermittlungen. Wer Wert auf Erotik legt wählt Tor 2, entscheidet sich für eine seiner vielleicht vielzähligen erotischen Vorlieben und meldet sich auf dem entsprechenden Portal für diese Neigung an. Ein Tor 3, hinter dem man Partner für Beziehungen suchen und gleichzeitig alle oder zumindest eine Mehrheit seiner erotischen Vorlieben berücksichtigen kann, war uns bisher nicht bekannt. Gut, hier und dort kann man im Persönlichkeitstest angeben, ob man z.B. eine Nacht im gebuchten Designhotel oder in einer Scheune aufregender findet. Aber bei einem  aufgeklärten Publikum, dem Dinge wie Bondage, Ageplay, Nylons, Swingerparties oder Latexdessous für ein erfülltes Sexualleben wichtig sind, führen solche Fragen zum Sexualverhalten nur zu irritiertem Kopfschütteln.

sinners & saints: Eine günstige Partnerbörse für Gleichgesinnte

Es gibt viele Gründe, warum wir trotz der 2.500 Datingseiten und Partnervermittlungen ein weiteres Angebot entwickelt haben. Unser Ziel war eine Partnerbörse, die ein einfaches, transparentes und günstiges Kostenmodell besitzt. Wir wollten ein Portal schaffen auf dem einfach nachvollziehbar ist, wie wir Profile auf Übereinstimmung prüfen. Wir wollten erstmals die Möglichkeit anbieten, Hobbies genauso wie erotische Vorlieben und Fetische bei der Partnersuche berücksichtigen zu können. Und wir wollten eine Plattform schaffen, auf der jeder nach Kontakten suchen kann – egal ob hetero- oder bisexuell, schwul oder lesbisch, Mann, Frau, Trans uvm. Und obendrein wollten wir eine Seite schaffen, auf der wir ehrlich mit unseren Nutzern umgehen, keine Profile vortäuschen und ihre Daten mit dem nötigen Respekt behandeln, der in der heutigen Zeit angebracht ist.

Wir hoffen, dass Ihr all diese Dinge auf der Seite auch für Euch entdecken und nutzen könnt. Und wir würden uns freuen, wenn Ihr uns Feedback und Tipps schickt, wie wir die Seite noch besser für Euch gestalten können. Wir haben immer ein offenes Ohr für Euch. Und wir freuen uns, Euch bei uns willkommen heißen zu dürfen!